Episode 57 | Radiolegende TRALLAFITTI Teil 1 – Martin Gresch und Helge Haas
Episode 57 | TRALLAFITTI Teil 1 – Martin Gresch und Helge Haas
30.10.2026 125 min Lars Daum, Markus G. Sänger
Zusammenfassung & Show Notes
Mit dem Finger auf der Record-Taste – zu Gast: Martin Gresch & Helge Haas
Raus aus der Schule, Radio an, Kassette bereit: Für uns war TRALLAFITTI ein fester Bestandteil des Nachmittags.
Auf 87,8 MHz liefen bei WDR Radio Dortmund Bands, die uns neue musikalische Welten eröffneten. Dazu kamen eigenwillige Moderationen, absurde Geschichten und Stimmen, die sich irgendwann wie gute Bekannte anfühlten.
Auf 87,8 MHz liefen bei WDR Radio Dortmund Bands, die uns neue musikalische Welten eröffneten. Dazu kamen eigenwillige Moderationen, absurde Geschichten und Stimmen, die sich irgendwann wie gute Bekannte anfühlten.
In dieser Episode sitzen zwei Menschen bei uns, die damals auf der anderen Seite unserer Kassettenrekorder waren: Martin Gresch, der als verantwortlicher Redakteur das Team zusammenstellte und Freiräume schuf, und Helge Haas, der als Moderator seine Musikbegeisterung auf Sendung brachte.
Gemeinsam gehen wir zurück in eine Zeit, in der Schallplatten auf dem Wohnzimmerboden zu einer Sendung sortiert wurden, Beiträge von Tonband kamen und eine gute Idee auch dann ausprobiert werden durfte, wenn noch niemand wusste, ob sie funktionieren würde. Wir sprechen über die Anfänge von Radio Dortmund, die Nähe zur lokalen Musikszene und darüber, warum dieses Radio bis heute in unserem Leben nachwirkt.
Darum geht’s in dieser Episode:
- Eine Spielwiese im öffentlich-rechtlichen Radio: Wie das Dortmunder Kabelpilotprojekt Raum für ungewöhnliches Jugendradio schuf, warum Martin nach Persönlichkeiten suchte und wie aus unterschiedlichen Musikgeschmäckern eine gemeinsame Sendung wurde.
- Von der Plattenkiste ins Radio: Helge erzählt, wie er seine Sendungen vorbereitete, welche Rolle Plattenfirmen und Vorabveröffentlichungen spielten und warum auch Albumstücke, B-Seiten und lange Maxi-Versionen ihren Platz bekamen.
- Musik, die geblieben ist: Wir erinnern uns an Entdeckungen wie die Pixies, die Sugarcubes, Rumble on the Beach und M. Walking on the Water – und an die ersten Konzerte, Plattenkäufe und selbst aufgenommenen Tapes, die daraus folgten. Auch Lars’ Erinnerung an einen regelmäßigen Simple-Minds-Einstieg bekommt endlich einen Namen.
- Dortmund und seine Szene: Es geht um Phillip Boa, lokale Labels, Konzertorte und die TRALLAFITTI-Hitparade für Bands aus der Umgebung. Dabei taucht auch Body Lost Its Size auf, die Band, in der Lars damals Gitarre spielte.
- Radio zum Mitmachen: Kommissar Greschinski meldet sich aus Telefonzellen, Hörerinnen und Hörer gehen auf die Suche, und der TRALLAFITTI-Express bringt die Party auf die Schiene. Dazu kommen Gewinnspiele, ein viel getragenes T-Shirt und ein Kirmesgutschein mit begrenztem romantischem Erfolg.
- Hörspiele, Figuren und Erinnerungen mit Lücken: Wir hören in alte Produktionen hinein und sprechen über das Weihnachtshörspiel und „Das Märchen vom gestohlenen Sonnenschein“. Martin erzählt vom Schreiben, vom Mitwirken des Teams und von einer Hauptrolle, die ein Hörer gewinnen konnte. Nicht jede eigene Rolle ist allen Beteiligten noch sofort präsent.
- Improvisation als Berufserfahrung: Ein Fallschirmsprung für die Fernsehsendung „Knalltüte“, ein kommentierter Karnevalszug, der gar nicht stattfindet, und andere Geschichten darüber, was passiert, wenn Medienleute einfach mal etwas ausprobieren.
- Die Wege nach TRALLAFITTI: Martin berichtet von WDR 2, seiner Arbeit für „Planet Wissen“, Musikvermittlung und eigenen Kompositionen. Helges Weg führt unter anderem über SWF 3, „Kopfball“, Motor Music, DASDING, MTV und VIVA bis zu Radio Bremen. Seine eigene Musik kommt ebenfalls zur Sprache.
- Das Wiedersehen zum 40-Jährigen: 2025 trommelte Martin die alte Truppe wieder zusammen. Wir erfahren, wie sich dieses Treffen anfühlte, welche Verbindungen geblieben sind und warum manche Erinnerungen gemeinsam erst wieder auftauchen.
Bei aller Freude an diesen Geschichten diskutieren wir auch, wo die Grenzen eines so freien Musikprogramms lagen. Helge blickt durchaus kritisch darauf, wie weit sich die musikalischen Vorlieben der Moderatoren auseinanderentwickelten. Daraus entsteht ein Gespräch über Formatradio, Streaming, persönliche Musikauswahl und die Frage, was eine vertraute Stimme leisten kann, das eine Playlist allein nicht leistet.
Für uns steht dabei eine Frage im Mittelpunkt: Habt ihr uns damals eigentlich nur neue Bands vorgestellt – oder auch beigebracht, wie man zuhört?
Denn von TRALLAFITTI ist weit mehr geblieben als eine Sammlung bespielter Kassetten: die Lust, Neues zu entdecken, sich auf ungewohnte Klänge einzulassen und sich musikalisch nicht auf eine einzige Szene festlegen zu müssen.
Ob ihr damals selbst vor dem Radio gesessen habt oder TRALLAFITTI hier zum ersten Mal begegnet: Kommt mit auf einen sehr persönlichen Ausflug in die Dortmunder Radiogeschichte – mit viel Musikliebe, Humor und Geschichten aus beiden Seiten des Lautsprechers.
Im zweiten Teil sprechen wir mit Michael Gantenberg und Thomas Koch weiter.
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RUBRIK: Die Hausaufgabe
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Lars & Markus
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